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Über die Zunft

Narrenzunft Gengenbach e.V

Am 29. Februar 1896 wurde der "Faschingsverein Humor'' vom Bezirks- und Bürgermeisteramt genehmigt und galt somit als gegründet. Man veranstaltete u.a. bunte Umzüge, die das Leben des Schinderhannes, Buffalo Bills und Karls IV darstellten. Doch schon 1914 wurde "in Anbetracht der ernsten Zeit" der Verein wieder aufgelöst. Erst 1925 folgte die Neugründung unter dem Namen "Carnevalsgesellschalt Humor", die zu diesem Zeitpunkt schon der Vereinigung angehörte.
 
Die jetzige Gengenbacher Hexenmaske wurde 1938 geschaffen. Die Hexe ist in Gengenbach keine "Stadtdame" - ihr Häs, das sind Bauernkleider.Da ist der "Peter", wie die Jacke genannt wird, der halblange rote Rock und die Schürze, handgestrickte Ringelstrümpfe und die ortsüblichen Strohschuhe, die blütenweißen Dessous sind immer "echt antik" und die Hexen lassen kaum eine Gelegenheit aus, kokett die Spitzen der knielangen Unterhosen zu zeigen. An der hölzernen Maske ist als Larvenhaube ein Wiener- oder Türkenschal festgemacht, der Besen ist unumgängliches Attribut. Ihre einprägsamen Holzmasken sind im Typus gleich - im Ausdruck aber sehr verschieden.
 
Im Gegensatz dazu sind die "Spättle", weibliche Wesen. Ihr Häs ist wohl das älteste überhaupt. Bunte Flicken auf normale Kleidung aufgenäht: Auch hier hat sich die Armut zu helfen gewußt. Das heutige Spättle-Häs besteht aus etwa 1200 bunten, dachziegelartig aufgenähten Stoffstücken, die "gewendet" sind, damit sie nicht ausfransen. Auch für Spättle ist die Holzlarve Vorschrift - freundlicher und liebenswürdiger allerdings als das Hexengfriß. Weitere Figuren der Gengenbacher Fasend sind: die Klepperles-Buben, die Hemdglunker, der Ewerderfler Lumpehund und natürlich die Hauptfigur der "Schalk".
 
Das Narrenjahr beginnt mit einem absurden Datum: der 11.11. ist sozusagen der Neujahrstag der Narren. Die Narrenzunft hat an diesem Tag die Jahresversammlung. Drei Wochen vor der Kalenderfasnacht, an einem Samstagabend, wird der Schalk" geweckt, der das Jahr im Niggelturm schläft. Eine tausendköpfige Hemdglunkermenge zieht mit viel Lärm zum Niggelturm, um den Schalk zu wecken. Der Schalk steigt die Wendeltreppe herunter und erscheint oben auf dem Torbogen. Dort hält er seine Ansprache. Dann hüpft er an der Spitze des Zuges - gekleidet in das Gewand eines mittelalterlichen Hofnarren in den alten Stadtfarben rot-silber und mit klingenden Glöckchen an den Kappenzipfeln - dem Narrenvolk voran. Heute wird die Straßenfasend von den Spättle und den Hexen eröffnet.
 
Am Mittwoch vor dem "Schmutzigen Dunnerstig" richten die Hexen den riesenhaften Reisigbesen auf, die Spättle stellen den Feuerhaken, den Narrenbaum, auf, als würdige Erinnerung an das Fasendgeschehen im Jahre 1499, als eine Narrenbestrafung doch noch ein glückliches Ende genommen hatte.

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