skip to content

Figuren

Narrenzunft Haslach

In den Sechziger Jahren, entwarf ein Maskenausschuß der Narrenzunft den "Haselnarro", der schließlich 1965 seinen ersten Auftritt hatte. Das Motiv entlehnte man dem Haslacher Stadtwappen mit der Haselstaude. Die Holzmaske, die eine Haselnuß symbolisiert, wurde von dem bekannten Eizacher Maskenschnitzer Josef Tränkle entworfen. Sie ist aus Lindenholz geschnitzt. Das verschmitzt lächeln de Gesicht des Haselnarros ist inzwischen in allen Hochburgen der schwäbisch-alemannischen Fasnacht bestens bekannt. Aus grünem Filz gefertigte Kelchblätter und der Stiel einer Haselnuß bilden den Kopfschmuck. Die Farben des grün-braun-gelben Blätterhäs entsprechen den Blätterfarben des Haselnußstrauches in den verschiedenen Jahreszeiten. Das braune Beinkleid soll an die Haselgerte erinnern. Als Lärm instrument hat der Haselnarro einen Haselstock mit zwei beweglichen klappernden Haselnüssen in der Hand.

Die Ranzengarde entstand 1876 aus dem Fasentspiel „Die Weibertreu von Weinsberg". Die mit Hellebarden bewaffneten und in Fässer steckenden Gardisten sind eine einzigartige Truppe, auf die Haslach mit Recht stolz sein kann. Sie stecken in Holzfässer, die mit einem Hahn versehen sind, aus dem bei den Umzügen stets ein guter Tropfen ausgeschenkt wird. Als Kopfbedeckung tragen die Ranzengardisten einen spitz zulaufenden Tschako. Eine weiße Halskrause, ein weißer Faßdeckel, weiße Hosen, weiße Manschetten und weiße Handschuhe vervollständigen zusammen mit schwarzen Schaftstiefeln die Uniform. Zur närrischen Aufmachung gehört noch eine schöne lange Holznase.

Der Haslacher Pfarrer und Volksschriftsteller Heinrich Hansjakob schrieb in seinem Buch "Aus meiner Jugendzeit", Hänsele seien durch die Straßen und Gassen gesprungen. Auf Grund dieses Hinweises entstand 1995 durch einen Entwurf von Josef Krausbeck die Gestalt des "Schellenhansel". Die Maske ist aus Lindenholz geschnitzt, bemalt und glatt lasiert. Als Kopfbedeckung dient dem Schellenhansel ein Spitzhut, der am unteren Rand mit kleinen Spiegeln in Rautenform besetzt ist. Das rote Häs ist mit grünen, blauen und gelben Flecken bedruckt. Ein Gürtel mit kleinen Schellen um die Hüfte und eine Narrenpritsche oder eine Streckschere runden das Ganze ab.

Zu den Fasnachtsbräuchen zählte schon damals zur Jugendzeit Heinrich Hansjakobs sowohl das "Schurren", als auch das "Kleppern" der Haslacher Schuljugend. Dieses Kleppern muß um 1888 so überhand genommen haben, daß es gar durch das Eingreifen des Bezirksamtes zu einem "Kleperleskrieg" gekommen war, wovon noch heute die betreffenden Akten "Das verhalten der Schuljugend betreffend" im Haslacher Stadtarchiv künden. Haslach zählt übrigens zusammen mit den Städten Gengenbach, Waldkirch und Radolfzell zu den Narrenhochburgen in denen das Kleppern als fasnachtlicher Brauch zuhause ist. Der Klepperleskrieg war nicht die einzige Gefahr für diesen Haslacher Brauch, auch im 20. Jahrhundert erlebte er mehrmals ein Auf und Ab, bis schließlich ab 1995 eine Renaissance des Kleppern einsetzte welches ein besonderer Verdienst äußerst engagierter Haslacher Narren ist. Inzwischen wurde auch die Klepperlesgarde wieder aktiviert, welche schon 1925 in der Bad. Heimat Erwähnung findet. Ein Höhepunkt beim Kleppern ist der alljährliche stattfindende Klepperleswettbewerb, bei dem Königin und König, Prinzessin und Prinz ermittelt werden. Die Klepperlesgarde ist zu einem Aushängeschild der Haslacher Narrenzunft und damit der Fasent im Städtchen geworden.

1937 wurde erstmals die Närrische Miliz von der Kolpingfamilie ins Leben gerufen, als Verulkung der damaligen Bürgerwehr. Schon damals führte die Närrische Miliz zu Umzügen eine Salutkanone mit sich. Jedoch traten die Mitglieder nur einige Jahre bei der Fasnacht auf, und die Närrische Miliz schlief damit ein.
1976 wurde die Närrische Miliz mit neun Mann neu gegründet. Heute besteht die die Närrische Miliz aus 15 Mitgliedern mit Ihrem Kommandant Siegfried Schöner. Inzwischen dürfen an der immer noch intakten Salutkanone 4 Mann mit Schwarzpulver die Kanone an Umzügen abfeuern.

Über die Zunft << | >> Termine