skip to content

Über die Zunft

Offenburger Hexenzunft e.V.

Am Dreikönigstag 1936 erfolgte in der Wohnung der Hexeneltern - dem Ehepaar Vollmer - die offizielle Gründung der "Offenburger Hexenzunft" mit der Schaffung von Satzung und Hexenregeln. Den Gründungsmitgliedern war es natürlich bewußt, daß zu einem rechten Hexenritual auch ein geplantes Zeremoniell gehören mußte, denn Maske und Kostüm allein genügten nicht für eine Narrenzunft, schon gar nicht für eine Hexenzunft.

So legte man Hexenspuk, Hexenfeuer und Besentanz fest, erdachte Sprüche am dampfenden Kessel und erfand die Ehrung der Gäste und "hochgestellten Persönlichkeiten" durch Stempelung, d. h. durch "die Vergabe des ehrenvollen Hexenzeichens". Getreu den Entwürfen Karl Vollmers, hatte der Eizacher Künstler Fritz Disch die Hexenmasken geschnitzt. Einheitliche Kopftücher, rot mit weißen Punkten, waren besorgt und Hexenkostüme angefertigt worden! Jede Maske besaß sechs strohgeflochtene Zöpfe, an denen kleine Schellen hingen; die Füße steckten in Ringelsocken und Strohschuhen.

Das aller erste Mal sprangen die Hexen dann beim Narrentreffen in Oberndorf a.N. im Zug mit. Schritt für Schritt, Sprung für Sprung ging es weiter: 1937 erfolgte die Aufnahme in die Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte. 1938 entstand die erste Hexenküche. Auf dem Anwesen der "Tante Lina", alias Frau Pfitzmeier, erhielt die Zunft einen Raum, in dem sie werken und planen konnte. Aber auch Gäste konnte sie hier empfangen und natürlich verhexen. So war zum Beispiel einer der ersten "Prominenten" der "Alte Fritz" oder - richtiger gesagt - sein berühmtester Darsteller Otto Gebühr. Er quittierte den damaligen Hexenspuk mit einem begeisterten "Pfui Deibel!". Der Zweite Weltkrieg setzte auch dem Treiben der Hexen ein jähes Ende.

Nach dem Krieg war zunächst jegliches Fasnachtstreiben verboten. Schließlich aber hatte die Besatzungsmacht ein Einsehen und ließ eine Neugründung der Hexenzunft zu. Allerdings mit der Einschränkung, daß Straßenfasent und Larven weiterhin untersagt blieben. Doch ein Narr wäre keiner, wenn er sich nicht zu helfen wüßte. Anstatt in den Straßen, erschienen am "Fasentsonntag" 1947 die Hexen allesamt in den Fenstern der "EinhornApotheke" und der daneben liegenden Ruine des Franckensteinschen Rentamtes und warfen frohgemut "Wurscht, Wecke, Apfel und Gutsele" in die Menge, und eine neue Form für den Hexenfraß war gefunden. 1956 hatte der "Hexenvater" Karl Vollmer das Amt des Zunftmeisters dem Gründungsmitglied und Organisator des Hexenkellers Karl Wacker übertragen.

1964 erhielt die "Offenburger Hexenzunft" die ehrenvolle Aufgabe, das große schwäbisch-alemannische Narrentreffen in Offenburg auszurichten, was ihr mit großem Erfolg gelang. Mit Glück konnte man sogar am Vorabend des Treffens den lange Zeit umstrittenen Narrenbrunnen am Lindenplatz einweihen.

1972 wurde Walter Pfeiffer das hohe Amt des Zunft- und Hexenmeisters übertragen. Unter ihm ist die Zunft, die 1935 mit einigen begeisterten Fasentnarren begonnen hatte, zu einer Narrenvereinigung von weit über 400 Mitgliedern herangewachsen. Im Jahre 1985 bewies Walter Pfeiffer zum Abschluß seiner langjährigen Tätigkeit als Zunft- und Hexenmeister mit der Durchführung des "Goldenen Hexenfeschtes" aus Anlaß des 50-jährigen Zunftbestehens ein weiteres Mal - wie schon bei den vorangegangenen Freundschaftstreffen 1975 und 1980 - sein außerordentliches Organisations-talent. Seine motivierende, ja mitreißende Art und Begeisterungsfähigkeit übertrug sich auf das ganze Zunftgeschehen.

Nach diesem grandiosen Jubiläums-Fescht übergab Walter Pfeiffer im Sommer 1985 die Führung der Zunft an den langjährigen Aktiven, Wolf-Dieter Kleinert, und wurde selbst zum Ehren- Zunft- und Hexenmeister gewählt. Als neuer Zunft- und Hexenmeister übernahm Wolf-Dieter Kleinert die mit enormem Einsatz verbundene Obhut für die große, aktive "Hexenfamilie" von Hexen, Büttel, Spättlehansel, Alt-Offenburgerinnen und Hexenfetzern. Ihm folgte Hans-Georg (Schorsch) Roth nach, der in seiner Amtszeit unter anderem die so beliebten Kappenobende wieder ins Leben rief und auch dem Hexenball seinen Stempel aufdrückte.

Seit Juli 2001 hat nun Uwe Schreiner, der bis dahin als Zunftrat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit schon sehr erfolgreich tätig war, die Führung der Zunft inne. Mit ihm bricht die Hexenzunft in das neue Jahrtausend auf, um auch weiterhin Jung und Alt in ihren Bann zu ziehen.

>> Figuren