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Figuren

Narrenzunft Schramberg e.V.

Die beherrschende Narrenfigur unter den Kleidlesträgern ist der Schramberger Hansel. Er gehört zu den Weißnarren, wie sie hauptsächlich auf der Baar zu finden sind. Geschaffen wurde der Schramberger Hansel 1925. Die Larve - von Bildhauermeister Cajetan Schaub aus Lindenholz geschnitzt - war zunächst in der Form etwas wuchtig ausgefallen, sodaß einige Jahre später die jetzige kleinere Larve geschaffen wurde. Die Larve, ein freundlich-glattes Gesicht mit Knebelbart, ist umrandet mit einem Rosshaarkränzchen das mit schwarz-gelben Mäschchen geziert ist.

Das Häs ist aus weißem Leinen. Bemalt wurden die Kleidle bis 1960 mit Ölfarbe und danach mit Stofffarbe. Rechts und links der Haube ist das Gesicht von Hans und Gretel aufgemalt und der Fuchsschwanz befestigt, der auf die "närrische Schlauheit" hinweisen soll. Fuchs und Has sind zwei Tierfiguren auf der rechten und linken Brustseite der Hanseljacke. Sie sollen die Schlauheit (Fuchs) und Harmlosigkeit (Hase) darstellen. Vögel, Schmetterlinge und Tupen auf dem Vorderärmel der Jacke erinnert uns an den blütenreichen Frühling; auf der Rückseite der Ärmel finden wir Gewächse des Gartens Rettiche, Lauch, Kopfsalat. Auf der Rückseite der Jacke ist das Stadtwappen mit Greif, dessen Schwert mit Brezeln gefüllt ist. Die Vorderbeine des Schramberger Hansels zeigen uns Bär mit Honigglas und Tulpe und Löwe mit Weinglas und Tupe. Über den Tiergestalten sind Stechpalmenblätter mit roten Beeren. Auf der Rückseite der Hose finden wir Hans mit dem Narrenkolben und der Narrenwurst und die Gretel mit Strohtasche und "Kamm". Sinnbildlich ausgedrückt; Hans "neckt" und die Gretel "strählt". Beides sind Eigenschaften eines Narren.

In Anspielung auf die heimische Uhrenindustrie, wurde auf das Gesäß eine Sonnenuhr aufgemalt. Die Zeiger stehen auf 3/4 12 Uhr und sollen an die Vergänglichkeit der Fasnet erinnern, die am Aschermittwoch endet. Eine farbenprächtige Masche und eine gelbe Halskrause mit schwarzen Bobbeln verleihen dem Hansel Vornehmheit und Majestät. Um den Leib trägt der Hansel ein Geschell, das in alter Zeit als Frühlingsbeschörer galt, aber auch zur Austreibung böser Geister diente. In der Hand hat der Hansel eine Brezelstange auf der die zum Auswerfen vorbereiteten Brezeln gesteckt werden. Am Handgriff der Brezelstange ist ein geschnitzter Salatkopf, der an den Spottnamen der Schramberger erinnern soll. Schon im 19. Jahrhundert nannte man die Schramberger "Salatfiedla". Ein Name, den die Schramberger mit Humor tragen und der unter den Bürgern heute noch zu hören ist.

Der Hansel ist eine angesehene Figur, da er über die Fasnetstage ca. 25000 Brezeln verteilt.

Der Schramberger Narro wurde von Malermeister Karl Willomitzer geschaffen und im Jahre 1950 von der Narrenzunft zugelassen. Die Holzlarve ist aus Lindenholz - nach dem Modell von Steinbildhauer Johannes Eisele - und von Bildhauer Robert Volk geschnitzt. Sein Gesichtsausdruck bringt Lebensfreude und die Narrenweisheit zum Ausdruck. Die schwarz, weiss und gelb geringelten Füllhörner haben an den Enden je eine kleine Bronceschelle und sind mit zwei Fuchsschwänzen an der Haube befestigt. Die beiden Fuchsschwänze versinnbildlichen die doppelte Schlauheit, also noch schlauer wie der Hansel mit einem Fuchsschwanz. Die bunte Masche, der Stehkragen und die schwarzen Bobbein lassen ihn majestätisch erscheinen und stellen gleichzeitig eine optische Verbindung zum Hansel her. Das Leinenhäs - ein overallartiger Anzug und ein Bolero - zeigt auf der Brust das alte Stadtwappen mit dem Greif im Zahnrad aus dem Jahre 1926. Historisches Zeugnis aus dem Jahre 1534 gibt der linke Brustlatz. Er zeigt die Burg Hohenschramberg. Darüber die sogenannte Fastnachtshenne, die unsere Vorfahren zur Fastnachtszeit an die Burgherrschaft abliefern mußten.
   
Dass diese Zeit schon Jahrhunderte zurückliegt, wird durch die grosse Spinne und das von ihr gesponnene Netz versinnbildlicht. Der Salatkopf auf dem rechten Brustlatz verrät noch den Beinamen "Salatfiedla", und der darüber stehende stolze Hahn erinnert an das Fruchtbarkeitssymbol und an die Besatzungszeit (gallischer Hahn) nach dem zweiten Weltkireg. Das Netz mit der Spinne soll kund tun, dass auch heute noch viel gesponnen wird. Schmetterlinge, Vögel, Fohrenzweige mit Zapfen, Stechpalmen und Silberdisteln sind Symbol unserer engen Heimat und sind auf den Ärmeln zu sehen. Am Bolero sind vorne und an den Schultern kleine Bronceschellen befestigt. Auf dem Rücken zeigt sich die "Hoorig Katz" fauchend auf dem Dachfirst. Im Volksmund heisst dies: "Sie kann jedem aufs Dach steigen". Auf dem Gesäss ist die astronomische Uhr mit den Tierkreiszeichen aufgemalt. Sie erinnert an die heimische Industrie. Die Zeiger stehen auf 11 Uhr 11 und verweisen auf die Karnevalszeit, die früher bei uns auch ihre Bedeutung hatte. Das alte Bauernpaar auf den Vorderbeinen der Hose erinnern an die gute alte Zeit und an die Überlieferung des Brauchtums. Auf der Rückseite der Hose zwei Schramberger Originale. Der letzte Schramberger Butz (Büttel) in voller Montur und gegenüber der Erznarr Glaser Reiter, im Nebenberuf Schütze und manchmal Wirt. Das Geschell des Narros wird in der örtlichen Flaschnerei Schinle in Handarbeit hergestellt. In der Hand hält der Narro eine Strohtasche, gefüllt mit Süßigkeiten und das Narrenbuch, in dem die Streiche festgehalten und illustriert sind, die der Narro den Betroffenen und seinen Mitmenschen vorhält und erläutert.

Der Da-Bach-na-Fahrer gehört zu den eigenbrödlerischen Sonderformen des Schwarzwaldes. Auch in Schramberg waren im vorigen Jahrhundert die Flößer beheimatet und so wurde dieser Narrentyp nach dem Vorbild der Flößer geschaffen. Zahnarzt Dr. Erwin Grüner zeigte sich bereits im Jahre 1939 bei der Bach-na-Fahrt im Bachbett der Schiltach mit seiner von ihm entworfenen Narrenfigur den damaligen Besuchern der Bach-na-Fahrt. In der aus Lindenholz geschnitzte Holzlarve erkennt man das Konterfei des Schöpfers. Als Kopfbedeckung eine schwarze Zipfelmütze, tief in die Stirn gezogen, so daß man im Nacken die strähnigen Haare sieht. Um den Hals ist ein einfaches schwarzes Tuch gebunden.
 
Der "Da-Bach-na-Fahrer" trägt ein blaugestreiftes Flößerhemd, auf dem Rücken eine aufgenähte "Hoorig Katz", eine schwarze Hose und bis zu den Knien reichende Rohrstiefel. Um den Leib trägt er einen kleinen Holzzuber mit der Aufschrift: "Da Bach na, da Bach na mit Kummer un mit Sorga, bis am Asch-, bis am Asch-, Aschermittwoch-morga." Erst im Jahre 1955 wurde dieser Narrentyp in die Hanselgilde der Narrenzunft aufgenommen.
 
Der Brüele, ein trauriger Narr, an dessen Larve riesige Tränen herabrollen und dessen Mundwinkel faltenreich und pessimistisch heruntergezogen sind. Brüele bedeutet in schwäbischer Mundart so viel wie weinen. Über der Holzlarve ist ein Strohhut angebracht, der an die hiesige Strohhutfabrikation des vorigen Jahrhunderts erinnern soll. Der Brüele wurde entworfen und die Larve aus Lindenholz geschnitzt von Karl Schaub. Das Häs erinnert an die Notzeit nach dem zweiten Weltkireg. Nicht von ungefähr sind Jacke und Hose aus groben Sackrupfen. Am unteren Saum der Jacke sind zwei Reihen schwarz-gelber Stoffflecken und auf dem Rücken ist die "Hoorig Katz" aus schwarzem Stoff aufgenäht.
 
Mit einem farbigen großen Sacktuch wischt sich der Brüele die Tränen ab und er hat, wie es sich für einen Pessimisten gehört, auch einen Regenschirm bei sich, den er auch bei schönstem Sonnenschein aufspannt. Um den Hals trägt er eine gelbe Krause schwarz paspeliert, die vorne mit einer bunten Masche abschließt. Am Arm einen Henkelkorb mit Süßigkeiten trippelt er weinerlich durch die Straßen.
 
Der "Endivie-Butz" (Büttel) ist eine Einzelfigur und wurde erst 1995 neu geschaffen. Die Holzlarve ist aus Lindenholz geschnitzt und erinnert mit seinem Gesichtsausdruck an den letzten "Butz" von Schramberg, ein Original, der nach Dienstschluss noch eine Gemüsehandlung betrieb (daher der Name Endivie-Butz).
 
Seine Uniform ist ein über das Gesäß reichender blauer Rock mit blitzenden Messingknöpfen und gelber Paspelierung, dazu eine schwarze Hose. Um den Leib ein weißes Koppel mit einem weißen Schulterriemen, an der linken Seite trägt er einen Säbel und in der Hand hat er eine Schelle zur Ankündigung seiner Bekanntmachungen. Beim Hanselsprung geht er voraus und sorgt für Ordnung.
 
Der Kehraus ist eine Einzelfigur, die ebenfalls in der Werkstatt von Bildhauer Cajetan Schaub mitte der 20er Jahre entstanden ist. Die Larve hat einen stark verzerrten Gesichtsausdruck. Als Kopfbedeckung trägt er einen verformten schwarzen Zylinder mit einem Frühlingsstrauß. Sein Anzug besteht aus einem groben weißen Sackleinen und ist unbemalt. Um den Hals eine gelbe Krause mit schwarzen Bobbeln, eine Schleife und an der linken Brustseite Seitentücher.
 
Mit dieser Einzelfigur wurde eine Fasnetsgestalt geschaffen, die an das Ende der Fasnet erinnert. So geht er dem Hanselsprung voraus und fegt mit einem großen Besen den "Rest der Fasnet" aus den Straßen.
 
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