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Figuren

Narrenzunft Krakeelia Waldkirch e.V.

Die Hauptfigur der Narrenzunft Krakeelia ist ohne Zweifel der Bajaß. Das Gewand ist aus kleinen Filzfleckle, gehalten in Blau und Gelb, den Farben der Stadt Waldkirch. Auf dem Kopf sitzt eine dazu passende Kappe mit zwei "Hörnern", den Eselsohren des historischen Schalks-Narren.

Der Bajaß hat die Gestalt eines Spaßmachers, dem man von weitem schon ansieht, daß seine Wiege nicht in den rauhen Regionen des Schwarzwaldes zu suchen ist. In seinem Gewand gleicht er einem Harlekin. Die langen Ohren seiner Kappe sind zu Hörnern erstarrt. Sein Kleid ist allum mit klingenden Schellen besetzt. In der Hand trägt der Bajaß eine Holzpritsche ("Dätscher"), mit welcher er Umstehende schon mal auf sich aufmerksam machen kann.

Gegründet 1974, sind die Kandelhexen aus dem Fasnetsgeschehen der Stadt Waldkirch nicht mehr wegzudenken. Höhepunkt ihrer Aktivitäten ist ohne Zweifel der Hexensabbat, der alljährlich mehrere tausend Zuschauer auf den Marktplatz lockt. Eingeleitet durch den Hexentanz, vollzieht die ganze Hexenschar der Narrenzunft Krakeelia ihr schauriges Schauspiel, bei dem die neuen Mitglieder der Hexengruppe aufgenommen werden. Im Mittelpunkt der Handlung, auf einem Podium stehend, vollzieht der Teufel als Anführer der Hexen diese Wandlung unbescholtener Männer zu Hexen.

Bei Fackelschein und Feuerwerk, umrahmt von teuflischen Sprüchen und den Klängen der Stadtmusik Waldkirch, zeigt sich einmal mehr Waldkirchs Marktplatz als eine stimmungsvolle Kulisse für solche Darbietungen. Am Fasnetsamschtig, dem 8. Februar 1975 versammelten sich erstmals die Waldkircher Kandelhexen zum Hexensabbat auf dem Marktplatz. Fest steht, daß das Interesse und die Begeisterung fürs Fasnetmachen unter den jungen Männern der Stadt gegenüber früher erheblich gestiegen war.

Der Brauch, sich an Fasnacht als Hemdglunker zu verkleiden, ist inzwischen in vielen Orten des südwestdeutschen Fasnachtsraums üblich, ist es doch nur mit geringem Aufwand verbunden. Speziell in Waldkirch pflegt der Hemdglunker ein besonderes Auftreten. Ein Hemdglunkerumzug in Waldkirch ist ohne lautstarke Begleitung durch Kläppern nicht vorstellbar.

Daher ist auch die Bezeichnung 'Kläpperlebue' für Hemdglunker üblich, zumindest für Buben und Burschen. Auch die 'Kläpperlegarde', eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, trägt als offizielle Kleidung Nachthemd und Zipfelmütze des Hemdglunkers.

Die Teilnahme von Frauen am Fasnachtsgeschehen beschränkte sich bis in die jüngste Zeit auf die Ausübung des "Frauenrechts" am Aschermittwoch. Narrenlauf war eine reine Männersache. Es gab manchenorts wohl Bräuche, die von Frauen ausgeübt wurden. Ob und inwieweit in früheren Zeiten, am Ablauf des Fasnachtsgeschehens unserer früheren Landeshauptstadt Innsbruck gemessen, gleichartiges auch in Waldkirch praktiziert wurde, läßt sich bei den uns überkommenen mangelhaften schriftlichen Nachrichten nicht näher bestimmen.

"Alte Jungfern" auf den Straßen wurden schon lang und hauptsächlich beim Schnurren oft gesehen. Es handelt sich daher um keine Neuschöpfung, wenn im Jahre 1957 die Narrenzunft dazu überging, sich dieser, für die Fasnet wichtigen Narren anzunehmen, und sie in den Schutz der Zunft zu stellen.

Dies umso mehr, als in den Jahren nach dem letzten Krieg, hauptsächlich am Schmutzigen Dunschtig, sich Gäste von auswärts breitzumachen versuchten, die zur Fasnet ein sehr kurioses Verhältnis an den Tag legten und sich des Grundsatzes bedienten: "An Fasnacht ist alles erlaubt!" So wurde es für Frauen oft schwer, wenn nicht gar unmöglich, das uralte Rügerecht ohne belästigt zu werden, auszuüben.

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