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Figuren

Narrenzunft Zell am Harmersbach e.V.

Als vor den Toren von Zell eine Papiermühle entstand, kamen findige Narren auf die Idee, aus den Papierabfällen Streifen zu schneiden und auf einen dunklen Anzug und einen Strohhut aufzunähen. Nachdem seit den zwanziger Jahren die Papiermühle auch farbiges Papier herstellte, benähten die Zeller Hose, Kittel und Hut mit in Schleifen gelegten bunten Papierbändeln.

Die ursprüngliche Tuchmaske wurde 1929 durch eine von Glück u. Irion hergestellte Holzmaske, die ein lachendes braungetöntes Gesicht mit breitem Mund und weißer, regelmäßiger Zahnreihe zeigt, ersetzt. Zur weiteren Ausstattung des Bändele-Narros gehört außerdem in in der Hand getragener Farrenschwanz mit einer aufgeblasenen "Saubloder".

Die wohl auffallendste Erscheinung in der Zeller Fasend ist die Figur des Schneckehiisli-Narro. Der eigentliche Ursprung dieser bis Ende der dreißiger Jahre nur als Einzelfigur bekannten Gestalt ist leider nicht mehr feststellbar. Seinen Namen hat dieser Narro von 2000 bis 2500 Häusern der Weinbergschnecke, die auf einen dunklen Anzug aufgenäht sind.
 
Ebenso garniert ist der dazu getragene Dreispitz aus schwarzem Filz. Wie beim Bändele-Narro ersetzt auch hier eine Holzmaske die frühere Tuchmaske. Sie zeigt ein erstauntes, schelmisch lächelndes Männergesicht mit apfelartigen roten Backen und herausgestreckter Zunge. Ein wichtiges Requisit ist die in der Hand getragene Streckschere. Früher trat der Schneckehiisli-narro nur mit Unterbrechungen in Erscheinung. Seit 1933 ist er jedoch bei fast jedem Umzug dabei.
 
Daß die Anzahl der Träger dieses Narrengewandes verhältnismäßig klein ist mag darin begründet sein, daß die Anfertigung des Narrenhäs sehr langwierig ist, evtl. auch deshalb weil der Träger sich nicht setzen kann, da sonst die einen bestimmten Körperteil bedeckenden Schneckehiisli zerdrückt würden.
 
Als weitere Variante des Bändele- bzw. Schilf-Narro hat sich der in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erstmals in Erscheinung getretene Spielkarten-Narro erhalten. Das ebenfalls dunkle und zweiteilige Gewand ist wie der Hut mit echten übereinandergenähten Spielkarten versehen. In der Hand wird als Schreckmittel eine Streckschere getragen.
 
Ebenfalls in Anlehnung an den Schilf-Narro entstand um 1850 der Welschkorn-Narro mit einem Gewand aus übereinandergenähten Maiskolbenblättern. Nachdem er Viele Jahrzehnte in Vergessenheit geraten war, ist er seit 1953 wieder bekannt. Zur Ausstattung gehört ein Farrenschwanz mit »Saubloder«. Beide Figuren tragen dieselbe Maske wie der Bändele-Narro.
 
Einige Beispiele aus dem fiir alle vier Zeller Narrotypen geltenden Brauchtum: Am Fasend-Sonntag, zwei Stunden nach Mittag, Erweckung der Narro am Narrengrab, anschließend Umzug zur Wallfahrtskapelle und zum Abschluß Fasend in kleinen Gruppen durch alle Gassen und Lokale. Fasend-Dienstag um Mitternacht, Beerdigung der Narro am Narrengrab (erstmals erwähnt 1752).
 
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